Tierbrett

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Abschließende Gedanken

Diese nur kurz angerissenen Problemstellen in Struktur und Bedeutungsrahmen eines Familiensystems verweisen auf die hohen pädagogischen Anforderungen in Bezug auf die eigenen und die aufgenommenen Kinder, aber auch auf die schwere Aufgabe das Familiensystem so zu formen, dass die Familienidentität erhalten bleibt und das Neue seinen Platz findet. Die beschriebenen möglichen Veränderungen stellen eher ungewöhnliche kritische Ereignisse in einer Familie dar -im Gegensatz zum kontinuierlichen Wandel, z.B. durch Älterwerden der Mitglieder.

Diesen Krisen und den damit verbundenen Konflikten sinnvoll zu begegnen bedarf es großer Anstrengungen und einem hohen Maß an Flexibilität und Kreativität. Mitentscheidend sind dabei die eigene professionelle Einstellung, fachliche Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten. Diese sollten auch zur Sicherung der eigenen Kinder herangezogen werden.

Ältere Kinder können in Familienberatung einbezogen werden, durch personelle Entlastungsmöglichkeiten können exklusive Zeiten für die Kernfamilie gewährleistet werden. Auch Verwandte und Freunde sollten als Ressourcen genutzt werden um die eigenen Kinder zu sichern.

Denn je näher ein soziales System an die Grenzen seiner Verträglichkeit (Kompatibilität) kommt, desto stärker neigt es zu Abgrenzung, Ausgrenzung, Ausstoßung oder pathologischem Verhalten. Der Grad der Verträglichkeit zeigt sich anhand der Möglichkeiten zur Integration. Dass dies immer wieder gelingt, ist vor allem darin begründet, dass Kinder und ihre Familien in der Lage sind enorme Ressourcen zu aktivieren um besondere Anpassungsleistungen und Neuorientierungen zu vollziehen. Dies geschieht nicht in idealtypischer sondern in familientypischer Weise. Jede Familie – einzigartig wie sie ist – wird ihren eigenen Weg dabei gehen.