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 SOZIALE ARBEIT

Wir leben in einer westlich orientierten Wohlstandsgesellschaft, in der auf der Ebene des grundsätzlichen Gesellschaftsvertrages eine Verantwortung der Gesellschaft für individuelle Problemlagen politisch und rechtlich festgelegt und demokratisch gewollt ist.

So ist Soziale Arbeit das wesentliche gesellschaftliche Instrument um unterschiedlichen Problemlagen, die sozialpolitisch oder professionell als relevant angesehen werden, adäquat zu begegnen. Dabei bringen es die gesellschaftspolitischen Prozesse beständig mit sich, dass gerade durch sie auch Problemlagen produziert oder zumindest induziert werden.

Eine kurz gefasste Definition dessen, wozu Soziale Arbeit dient ist möglicherweise so zu beantworten: Soziale Arbeit ermöglicht existentiell beeinträchtigten Individuen an den relevanten Sozialsystemen teilzunehmen (Wirtschaft, Erziehung, Familie etc.), an deren Ressourcen und Leistungen teilzuhaben und diese mitzugestalten.

Dass dies mit einer hohen Komplexität von Situationen und Abläufen verbunden ist, verdeutlicht Jesús Hernández Aristu: „Sozialarbeit kümmert sich von je her um die Verbindung von Gesellschaftssystemen, die entkoppelt sind, um mannigfaltige Sozialprobleme, die mal am Subjekt, mal an der Gesellschaft, mal an beiden liegen, um die Verschiedenheit ständig steigender sozialer Probleme und die daraus resultierenden Interventionsfelder. Vielfalt und Komplexität, ja sogar Widersprüchlichkeit begleiten ihre Theorie und Praxis, ihre Reflexion und Deutung, sodass ein einheitliches Konzept der Theorie und des Berufsbildes der Sozialarbeit fast unmöglich ist“ ( Aus: Sozialarbeit in der Postmoderne)

Und H. Kleve führt weiter aus: „Von der Kritik am Sozialstaat, der Mandatsvertretung für Klienten, dem Trend zur Therapeutisierung, der Selbsthilfeorientierung bis hin zur staatlichen Kontrollinstitution, die normierte Rechtscodierungen durchsetzt, reicht die diffuse Allzuständigkeit Sozialer Arbeit“ (Konstruktivismus und Soziale Arbeit, 3. überarb. Auflage, S.24).

Dabei sind die Adressaten sozialer Arbeit bestimmte Individuen und soziale Systeme, die unterschiedlich wahrgenommen und verstanden werden, so dass Hilfen im Grunde genommen immer auch spezifische Problemlösungsangebote sind.

Also ist Sozialarbeit auch geprägt von Differenzierung und Spezialisierung, wobei es gleichzeitig auch darum geht, an der Einheit des Menschen anzusetzen (Alice Salomon), ihn in seinen sozialen Zusammenhängen wahrzunehmen, ganzheitlich zu verstehen.

Daraus resultieren ständig vielfältige Formen und Ausgestaltungen in den verschiedensten Bereichen. So ist es einfacher die theoretische Frage: Was ist Sozialarbeit und wozu dient sie ? zu beantworten als die Frage: Wo überall findet Sozialarbeit statt ? Und wenn, dann wie ?