Familienbrett

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Ressourcenorientierung bezeichnet Staub-Bernasconi (2007) als älteste Arbeitsweise der Sozialarbeit.

Petzold (2002) hat aus den Ergebnissen der Wirksamkeitsforschung vierzehn Heilfaktoren extrahiert, die ebenfalls genannt werden sollen, da hier das weite Spektrum notwendiger hilfreicher Interventionen deutlich wird:

Die „Vierzehn Heilfaktoren“ der Integrativen Therapie:

  1. Einfühlendes Verstehen [protektiv], Empathie [supportiv]
  2. Emotionale Annahme [protektiv] und Stütze [supportiv]
  3. Hilfen bei der realitätsgerechten, praktischen Lebensbewältigung
  4. Förderung emotionalen Ausdrucks und volitiver Entscheidungskraft
  5. Förderung von Einsicht [supportiv, konfrontativ], Sinnerleben, Evidenzerfahrung
  6. Förderung kommunikativer Kompetenz und Beziehungsfähigkeit
  7. Förderung leiblicher Bewusstheit, Selbstregulation und psychophysischer Entspannung
  8. Förderung von Lernmöglichkeiten, Lernprozessen und Interessen
  9. Förderung kreativer Erlebnismöglichkeiten und Gestaltungskräfte
  10. Erarbeitung positiver Zukunftsperspektiven und Erwartungshorizonte
  11. Förderung positiver persönlicher Wertebezüge, Konsolidierung der existenziellen Dimension
  12. Förderung eines prägnanten Selbst- und Identitätserlebens und positiver selbstreferentieller Gefühle und Kognitionen, d.h. von „persönlicher Souveränität“
  13. Förderung tragfähiger, sozialer Netzwerke
  14. Ermöglichung von Empowerment- und Solidaritätserfahrungen.

Bei einigen Heilfaktoren (Nr. 3, 6, 7, 8, 9, 10, 13, 14) werden insbesondere Kompetenzen im sozialen und pädagogischen Bereich, d.h. im originären Handlungsfeld der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, benötigt. Die aufgeführten Wirkfaktoren und Heilfaktoren zeigen zudem auf, dass klassische psychologisch-psychotherapeutische Handlungskonzepte den häufig anzutreffenden schweren psychosozialen mehrdimensionalen Störungen allein nicht gerecht werden und Interventionen multiperspektivisch, d.h. insbesondere auch auf soziale Faktoren auszurichten sind. Wirksamkeit kann nur unter Angabe bestimmter Kontext- und Prozessbedingungen beantwortet werden und sie ist wenig davon bestimmt, welcher Berufsgruppe ein Helfer angehört. Dies zeigen nach Petzold (2011) eindeutig auch amerikanische Studien, nach denen Klinische Sozialarbeiter (Master of Social Work) oder Erziehungswissenschaftler genauso erfolgreich sind wie andere Berufsgruppen.

Abschließend möchte ich nun auf die Behauptung von J. Herwig-Lempp eingehen, um es dann mit zur anschließenden Diskussion zu stellen:

Ist es nützlich, Soziale Arbeit als anspruchsvoller als Psychotherapie zu bezeichnen?

Die Frage ist für uns letztlich nicht, ob Sozialarbeit wirklich anspruchsvoller ist. Wir laden vielmehr dazu ein, zu überlegen, wofür und für wen diese Behauptung von Nutzen sein könnte, damit lädt er auch zur Diskussion ein: