Familienbrett

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Tierbrett

Tierbrett

Das Zusammenleben mit Andreas war von Anfang sehr schwierig, er hat bis heute eine generalisierte Angststörung, geht immer wieder Schulverweigerung. Im Alter von 8 Jahren wurde ihm §35a zugesprochen. Angst, Verweigerung und Impulsdurchbrüche belasteten die Familie zwar stark, aber alle waren im Zusammenhalt bemüht.

Mit Auszug der Söhne, die ihr Studium begannen, nahmen die Impulsdurchbrüche zu: Gewalt gegen Gegenstände und körperliche Attacken, bevorzugt gegen die Pflegemutter wurden immer bedrohlicher.

In dieser Situation erlebten sich die Pflegeeltern von ihrem Träger nicht unterstützt. In einer Eskalation schlug die Pflegemutter zurück, um sich seiner Angriffe zu erwehren ( Ohrfeige ). Dies sprach sie auch in der Beratung an. Auch darauf reagierte der damalige Träger nicht mit einer Erweiterung des Hilfeangebots.

Daraufhin bemühten sich die Pflegeeltern um einen Trägerwechsel. Der neue Träger setzte als Beraterin eine Kinder-Jugendlichen-Therapeutin und Fachberaterin für Psychotraumatologie ein. Einige Wochen nach Trägerwechsel geschah eine weitere Eskalation, in der die Pflegemutter wieder zur Ohrfeige griff. Auch dies wurde thematisiert, und von allen am Prozess Beteiligten als: No Go, markiert. In diesen Gesprächen zeigte sich aber auch deutlich, dass

Problemeinsicht – Kongruenz- Kooperation in der Zusammenarbeit mit den Pflegeeltern deutlich gegeben war, aber: die Familie erschien in einem chronifizierten Zustand der Überforderung.

Die Pflegeeltern hatten seit 7 Jahren keinen Urlaub gehabt, die vorherige Beratung erschien in der Beschreibung durch die Pflegeeltern wenig kompetent und deutlich esoterisch angehaucht, bestrebt den Pflegeeltern eine fatalistische Haltung bei zu bringen. Mittlerweile hatten sich Konfliktmuster etabliert, die alle an die Grenzen der Belastbarkeit brachten. Deutlich war aber auch die Qualität der gegenseitigen Bindungen und die hohe Motivation aller trotzdem als Familie zusammen zu bleiben.

Das Hilfesetting wurde erweitert durch die Einbeziehung einer Einzelfallhilfe, erneuter Einzel- und Gruppentherapie für Andreas. Auszeiten für die Pflegeeltern wurden geplant.

Alle sprechen bisher von einer gelingenden Entwicklung. Oder: eine drohende Kindeswohlgefährdung konnte abgewendet werden ?

Durch die Aufnahme eines Pflegekindes kommt ein Familiensystem unweigerlich in bis dahin unbekannte Schwingungen, die auch zu krisenhaften Verläufen und Abbrüchen führen können. Ein Familiensystem kommt zum Kippen. Die Abbruchquoten in diesem Bereich bilden dies ab..

Die besonderen familialen Eigenschaften wie: Nähe, Kontinuität und Personengebundenheit können durch das Zusammenleben mit einem zunächst fremden Kind und in seiner psychosozialen Disposition dann näher bekannten Kind auch zu einer Falle werden, in der eine angemessene Nähe-Distanz-Regulation nicht möglich ist, das Übertragungsgeschehen zunehmend zur Belastung wird, und in Verbindung mit traumatischem Erleben und beeinträchtigter Bindungsfähigkeit der