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Kindeswohlgefährdung in Pflegefamilien

Intro

In der Vorbereitung meines heutigen Inputs war ich nicht nur mit Pflegefamilien beschäftigt. Immer wieder kam ich in einen Abgleich mit meinen Erfahrungen aus dem ambulanten und aufsuchenden Bereich, da ich in meiner Arbeit deutlich intensiver und häufiger als Teamleitung in diesem Bereich mit dem Thema Kindeswohl befasst bin. Drohende oder akute Kindeswohlgefährdung durchzieht diesen Bereich, und damit auch Gefährdungseinschätzung und entsprechende Vorgehenswesen bis hin zu einer Berichterstattung, die die jeweiligen Gefährdungen derart abbildet, dass die Entwicklungsbeeinträchtigungen deutlich sind, auch prognostisch.

Dagegen habe ich im Bereich der familiären Unterbringung bisher keine akute Kindeswohlgefährdung erlebt, aber immer wieder Pflegefamilien in Beratung und Kriseninterventionen, in denen – aus meiner Sicht – Gefährdungen festzustellen waren, und öfter chronifiziert erschienen. Damit meine ich langanhaltende familiäre Lebensbedingungen, in denen die Pflegefamilie ständig überfordert war mit dem Verhalten des Pflegekindes, aber auch die Pflegekinder mit ihren Pflegeeltern. Die vertieften im Umgang miteinander gemachten Erfahrungen ließen scheinbar keine Lösungen zu, eine fast ausschließliche Problemfocussierung bestand. Also: Pflegefamilien in Sackgassen. Die Anforderungen und Erwartungen an Beratung und Begleitung in solchen Lebensphasen ist: Veränderung zum Besseren hin.

Und wenn dies nicht gelingt, besteht dann drohende oder auch akute Kindeswohlgefährdung ?

Ein Vergleich des Verständnisses und der Handhabung hinsichtlich Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung im Bereich der Flexiblen Hilfen und dem Bereich der Fremdunterbringungen durch die öffentliche Hand zeigt deutliche Unterschiede.

Es ist vordergründig erst einmal unvorstellbar in beiden Bereichen gleich zu verfahren. Warum ?

Die Toleranzen hinsichtlich der Lebenssituation und den Entwicklungsbedingungen der Kinder in der Familie sind im Bereich der flexiblen Hilfen wesentlich höher als sie in Bezug auf Pflegefamilien sein dürfen.

Dies ist wesentlich durch den jeweiligen Kontext bedingt, und soll hier nicht weiter ausgeführt werden. Festzustellen ist: Kinder werden in Pflegefamilien untergebracht um deren Grundrechte wieder her zu stellen und ihren Grundbedürfnissen wieder gerecht zu werden ( Brazelton: liebevolle Beziehungen; körperliche Unversehrtheit und Sicherheit,; individuelle Erfahrungen; entwicklungsgerechte Erfahrungen; stabile und unterstützende Gemeinschaft; sichere Zukunft). Dies unterscheidet zuallererst eine Pflegefamilie von einer Multi-Problemfamilie.